Moorberatung an der NW-FVA

Beratungen, Informationen und Untersuchungen vor Ort für die Akteure in Hessen


Moorverdacht im Wald?

Haben Sie Feuchtgebiete im Wald, in denen die Torfmoose dicke Polster bilden, es fast ganzjährig nass ist, in denen eine Holzerntemaschine bis zur Fahrerkabine im „Matsch“ versinken würde? Möglicherweise handelt es sich um ein Waldmoor, dessen Wiederherstellung in jedem Fall einen Versuch wert ist! Für Wasserrückhalt, Kleinklima, Biodiversität und nicht zuletzt auch als Kohlenstoffspeicher und -senke.

Foto einer Fahrspur hangabwärts im Wald, die im Moor versinkt.

Die Fahrspur endet hangabwärts in einem Quellmoor.

 

Moorberatung in Hessen

Im Projekt „Moorberatung an der Nordwestdeuschen Forstlichen Versuchsanstalt“ des Klimaplans Hessen (KPH-Moorberatung) stehen wir Ihnen für das Bundesland Hessen zu Fragen zum Thema Waldmoore gerne Rede und Antwort. Wir, das sind Maria Aljes, Forstwissenschaftlerin mit Schwerpunkt Moorökologie und Monitoring sowie Philipp Küchler, Biologe mit Schwerpunkt Moorökologie und Naturschutz.

Diese Moorberatung steht allen Waldbesitzenden in Hessen offen. Die Dienstleistung ist kostenfrei. Sie hat zum Ziel Moore und Anmoore bodenkundlich abzugrenzen, Aussagen über den Zustand (Artenausstattung, Zustand der Torfe, Gefährdungsfaktoren) zu treffen, Erstberatung über mögliche Maßnahmen zur Verbesserung des ökologischen Zustands zu geben und bei der Umsetzung von Maßnahmen fachlich zu unterstützen. 

Foto von einem Graben in einem fichtenbestandenen Moor.
Mehrere Personen stehen um einen Entwässerungsgraben.
Foto von Personen mit einem Moorbohrer
Acht Menschen stehen im Moor und bestrachten einen Plan.
Foto einer großen Gruppe von Leuten bei einer Moorexkursion.
Menschen sitzen im Moorwald mit Gerätschaften um eine Graundwasser-Messrohr herum.

Eine Kontaktaufnahme kann telefonisch (siehe Kontakt) oder über die E-Mail-Adresse waldmoore@nw-fva.de erfolgen. Eine Skizze mit der Verortung der Moorverdachtsfläche auf einer Karte ist dabei für uns hilfreich, um vor einem möglichen Geländetermin bereits Informationen über das Gebiet einholen zu können. Bei einem Vor-Ort-Termin lassen sich erste Fragen klären. Basierend auf den vorgefundenen Bodenmerkmalen erfolgt dann die Einstufung der Fläche als Moor, Anmoor oder mineralischer Feuchtbereich. Gegebenenfalls ist ein weiterer Termin nötig, um das Gebiet bodenkundlich noch besser zu beurteilen und die hydrologischen Gegebenheiten zu verstehen.

Sofern Aussicht auf eine Umsetzung von Maßnahmen besteht, erstellen wir erste Empfehlungen in Form eines „Moorberichts“, der Gebietsinformationen und Maßnahmenvorschläge umfasst und auf dessen Grundlage später die Planung der Revitalisierungsmaßnahmen erfolgen kann. Ziele der Revitalisierung von Waldmooren sind die Wiederherstellung der Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes, insbesondere eines möglichst natürlichen Wasser- und Stoffhaushalts als Grundlage zur Entwicklung naturnaher natürlicher Lebensräume und Biozönosen.

Bei allen Fragen rund um die Finanzierung der Maßnahmen sowie dem Austausch mit eventuell zu beteiligenden Fachbehörden stehen wir ebenfalls beratend zur Seite. Je nach Art der Finanzierung ist es geboten, eine Erfolgskontrolle einzurichten. Dies kann von uns bei Bedarf über ein wissenschaftliches Monitoring begleitet werden.