Grabenrückbau

Entwässerungseinrichtungen wirksam rückbauen


Aufgelassene Gräben entwässern weiter

Gräben und andere Entwässerungseinrichtungen führen dauerhaft zu einem gestörten Wasserhaushalt im Moor. Die meisten Gräben wirken auch in einen verfallenen Zustand entwässernd. Ein effektiver Grabenrückbau ist daher der Schlüssel zu einer erfolgreichen Wiedervernässung. Je nach Moortyp und Neigung kann eine aufwändige Vollverfüllung aller Gräben erforderlich sein.

In geneigten Mooren sollte der Grabenrückbau immer von oben nach unten und möglichst vollständig erfolgen. Andernfalls wären mögliche Staubauwerke und Grabenverfüllungen im unteren Moorbereich bei Starkregen einem zerstörerischen Wasseranstrom ausgesetzt. Der Grabenrückbau muss bewirken, dass sich das anströmende Wasser über die gesamten Mooroberfläche verteilt – diese also überrieselt oder durchströmt.  

Zuerst werden beim Rückbau die Gräben gesäubert, in dem Pflanzen und lockeres organisches Material (in den Graben erodierter sowie im Graben neu gebildeter Torf) ausgehoben werden. Dies ist wichtig, damit nicht eine stärker wasserleitende Schicht unter der Füllung verbleibt. Außerdem wird der Aushub für die anschließende Bepflanzung des Füllmaterials benötigt und daher vorsichtig zur Seite gelegt.

 
Luftaufnahme des Grabennetzes einer von Fichten geräumten Moorfläche

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Staueinrichtungen in geneigten Mooren

Dann werden wasserdicht gebaute Staue zumeist als Spundwände oder Lehmplomben eingebaut. Ihre Art, Anzahl und Bauweise sollte sich nach Grabentyp, Mooraufbau und vor allem nach dem Gefälle richten. Natürlich spielen auch Fragen des Materialtransports und der Zugänglichkeit eine Rolle.

Foto mit Holzspundwänden in einem zum Teil bereits mit Sägespänen verfüllten Entwässerungsgraben

Die Spundwände haben drei Funktionen:

1. Stabilisierung
Sicherung der Füllung vor Abschwemmung bei starkem Wasseranstrom.

2. Hydraulische Sperre
Sie ist nötig, wenn die organische Füllung stärker wasserdurchströmbar als der umliegende Torf ist.

3. Überleitungsfunktion
Bei Gräben quer zum Hang bzw. zum ursprünglichen Wasserstrom im Moor, müssen überhöhte Staue in geringen Abständen für Überleitung in die natürliche Überrieselungsrichtung sorgen, wenn die Grabenverfüllung dies nicht alleine gewährleisten kann.

Spundwände aus Holz sollten im Idealfall immer nass sein, damit das Holz länger hält. Erreicht wird dies durch eine Höhe der Spundwand nur wenig über die Mooroberfläche und anschließende Überdeckung mit Sägespänen oder Torf. Die Kapillarwirkung dieser organischen Materialien hält das Holz feucht (1).


Grabenverfüllung

Bei einer Vollverfüllung kommt idealerweise im Bereich der Moorkörper eine Substanz mit torfartigen Eigenschaften zum Einsatz. Sie sollte organisch sein und den Wasserdurchfluss abbremsen, ohne ihn vollständig zu unterbinden. Wenn kein Torf aus dem Moor selbst zur Verfügung steht, sind Sägespäne (Sägemehl) das Mittel der Wahl (2). Sie dürfen je nach gewünschter Abdichtung mit einem Anteil fein gehackter Holzhackschnitzel von höchstens 50 % gemischt werden. Bereits angerottete Späne dichten besser ab. Da die Sägespäne noch sacken werden, ist bei trockenem Einbau (Bagger) eine deutliche Überhöhung wichtig.

Ist der Graben in den mineralischen Untergrund eingetieft, so ist in diesem Bereich eine mineralische Verfüllung mit möglichst geologisch ähnlichem abdichtendem Material sinnvoll. Das kann zum Beispiel ein lokaler Lehm mit steinigen Anteilen sein. Darüber kommen dann im Torfbereich Sägespäne („Sandwich“-Verfahren) oder bei sehr flachgründigen Mooren einfach nur der organische Grabenaushub mit den Pflanzen.

Bei Gräben quer zum Hang ist es bei einer hydraulisch sperrenden Lehmfüllung besonders wichtig, eine flächige Überrieselung des Moores hangabwärts zu modellieren. Lehmige Grabenfüllungen können im Klimawandel auch in jenen Moorflächen sinnvoll sein, in denen organische Füllungen aufgrund zu langer Sommertrockenheit nicht dauerhaft nass bleiben und daher mineralisieren.

Foto eines mit einer Schicht Lehm und darüber Sägespänen gefüllten Grabens



Die folgende Bildsequenz illustriert verschiedene Möglichkeiten des Grabenrückbaus

Foto eines mit Lehm verschlossenen Grabenaustritts aus einem Moor in den Wald
Foto eines vor der Verfüllung ausgeräumten Entwässerungsgrabens im Wald
Foto verfallener Rundhölzer eines alten Grabenstaus
Foto eines Grabens im Moor, in dem das Bergwaldprojekt gerade Holzspundwände und Sägespäen einbaut
Foto eines Baggers, der ein Element einer Metall-Spundwand ins Moor drückt
Foto einer Holz-Spundwand in einem Graben im Birkenbruchwald
Haufen von Sägespänen und Holzhackschnitzeln werden per Hand in einer Schubkarre vermischt
Mit Sägespänen gefüllte Schubkarren auf provisorische Bretterstegen in einem Moor
Ein Dumper mit Kettenlaufwerk transportiert Lehm in einem Moor.
Foto von Sägespänen in einem Entwässerungsgraben
Luftaufnahme eines verfüllten Grabennetzes in einem Waldmoor mit Baggerspuren daneben
Mit Sägespänen verfüllter Graben

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