Einführung zu Waldmooren

Was ist ein Waldmoor?


Foto eines mit Fichten bestandenen Moores am Hang.

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Alle Moore in Waldgebieten ...

Moore im Wald kommen als kleinere Vermoorungen häufiger vor als man denkt. Es gibt sie auch in Hanglagen des Hügel- und Berglands in Gegenden, die sonst nicht für Moorreichtum bekannt sind. Dort sind insbesondere Quellaustritte mit langsamen Wasserabfluss die Grundlage der Torfbildungen. Die Moore sind dann oft sehr schmal und erstrecken sich entweder entlang von natürlichen Talrinnen talabwärts oder auch hangparallel entlang von Schichtquellaustritten.


Foto eines kleinen Moores im Wald, dessen Rand mit jungen Bäumen bewachsen ist.

...unabhängig davon, ob Bäume auf der Moorfläche stehen

Waldmoore können je nach Typ und Entwicklungsstadium auch von Natur aus zeitweise bewaldet und zeitweise offen und dann nur von Wald umgeben sein. Außerdem haben sie meist eine Nutzungs- und Entwässerungsgeschichte, die im Wald häufig von Wiesennutzung hin zur Aufforstung entwässerter Moorflächen reicht. 
Daher ergibt eine Einteilung nach dem aktuellen Baumaufwuchs auf dem Moor wenig Sinn. Entscheidend für die Charakterisierung als „Waldmoor“ ist vielmehr ein bewaldetes Umfeld und Wassereinzugsgebiet (1).


Foto eines Entwässerungsgrabens mit links offenem Moor und rechts einer Fichtenaufforstung.

Von der Entwässerung zum Torferhalt

Für unsere Vorfahren war es Ziel, möglichst jeden Quadratmeter produktiv zu nutzen. Selbst dann, wenn der Aufwand auf Moorstandorten wegen des anzulegenden Grabennetze unverhältnismäßig hoch und die forstlichen Ertragsaussichten zumindest unsicher waren. 
In den letzten Jahrzehnten sind Teile der meist mit Nadelbäumen aufgeforsteten Waldmoorstandorte nicht mehr genutzt worden – teils aus betriebswirtschaftlichen, teils aus naturschutzfachlichen Gründen. 
Inzwischen ist die große Bedeutung von Mooren als Wasser- und Kohlenstoffspeicher allgemein bekannt. Ein Erhalt der Torfkörper aller Moorflächen wird heute zur Notwendigkeit.


Foto von Sonnentaublättern mit gefangenen Insekten

Moore im Wald sind oft leichter vernässbar

Gegenüber landwirtschaftlich genutzten Mooren im Offenland haben Waldmoore meist günstigere Renaturierungsperspektiven. Oft wurden Waldmoore und vor allem ihr Umfeld weniger tief entwässert. Gerade bei Mooren in Waldgebieten besteht darüber hinaus seltener zersplitterter Grundbesitz als in landwirtschaftlich genutzten Gebieten, sodass eine Einbeziehung des gesamten Moorkörpers in ein Wiedervernässungsprojekt eher möglich ist. Im Bergland spielt aufgrund des stärker geneigten Geländes zudem der Faktor von Vernässungen eventuell betroffener Oberlieger kaum eine Rolle. 
Die meisten Waldgebiete, die über Moore verfügen, weisen zahlreiche kleine Moorstandorte auf. Die Renaturierung mehrerer solcher Standorte schafft einen lokalen Biotopverbund für moortypische Tier- und Pflanzenarten und kann so ihr Überleben besser absichern als dies durch Einzelprojekte möglich ist.


Foto eines Entwässerungsgrabens in einem mit Fichten bepflanzten Moor.

Verfallende Gräben entwässern weiter

Auch lange nicht mehr unterhaltene Gräben entwässern weiter. Dies führt zu einem weiteren Torfschwund mit Treibhausgasfreisetzung und bedroht die biologische Vielfalt. Nur in wenigen Moorbereichen schließen sich die Gräben durch aktives Torfwachstum wieder schnell von selbst. Meist verfallen nicht mehr unterhaltene Gräben nur langsam und unvollständig. Manchmal tiefen sie sich sogar erosiv weiter ein. 
Deshalb ist „Nichtstun“ in Bezug auf die Gräben meist keine gute Option. Aufgrund des nachlassenden Nutzungsdrucks und oft auch zusammenhängender Waldbesitzverhältnisse ist bei Waldmooren eine Wiedervernässung jedoch meist einfacher zu organisieren als in landwirtschaftlich genutzten Flächen.