Waldmoore erkennen

Der Blick in den Boden ist entscheidend


Abbildung von drei Torfprofilen von Moor, Moorgley und Anmoor

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Ansammlung von organischer Substanz als Torf

Moore sind über den Torfkörper definiert. In der Bodenkunde spricht man ab 30 cm Torf von einem Moor; bei niedrigeren Torfauflagen von einem Moorgley oder bei geringerem organischen Anteil von einem Anmoorgley. International werden die verschiedenen Vermoorungen als "organic soils" zusammengefasst. Sie gelten alle als wichtige Kohlenstoffspeicher. 
Grundvoraussetzung für eine Torfbildung und ebenso für den Torferhalt ist ein fast ganzjähriger Wasserüberschuss, wobei das Wasser nur langsam abfließt. Nur dann kommt es zu einer unvollständigen Zersetzung und somit zur Akkumulation von organischer Substanz als Torf.


Foto eines Erlenwaldes am Hang

Bei langer Trockenperiode keine Torfbildung

Ist hingegen eine mehrmonatige Trockenperiode für den Feuchtstandort typisch, so wird kein Torf gebildet. Es bleibt dann ein mineralischer Nassstandort mit hydromorphem Boden, der oft durch bleiche Farbtöne gekennzeichnet ist. Man spricht von einem Sumpf anstatt von einem Moor. Diese Feuchtstandorte sind ebenfalls wertvolle Biotope, aber eben ohne Torfbildung und Moorentwicklung. Von Natur aus waren Sümpfe in Deutschland fast immer bewaldet, während ein Teil der echten Moore baumfrei war.


Foto einer Moorfläche mit Wollgras

Pflanzen als Indikator – Boden als Beleg

Die Vegetation kann gute Hinweise auf eine Moorbildung geben. Sie reicht jedoch nicht für eine sichere Zuordnung aus, da viele moortypische Pflanzenarten auch auf nährstoffarmen mineralischen Nassstandorten wachsen können. Daher ist eine Abgrenzung der Moore durch Bodenuntersuchungen entscheidend. Nur dann kann auch der Zusammenhang mit entwässerten Moorteilen ohne moortypische Arten erkannt werden. Für die Planung einer Wiedervernässung ist der hydrologische Kontext der ganzen Moorfläche wichtig.


Luftaufnahme eines Kesselmoors mit birkenbestandenem Moorkörper und Wasserring darum herum

Waldmoore haben ein bewaldetes Wassereinzugsgebiet

Die Zuordnung als „Waldmoor“ wird dann über das bewaldete Umfeld getroffen, wobei das Moor selbst nicht unbedingt baumbestanden zu sein braucht. Umgekehrt ist ein baumbestandenes Moor in der Offenlandschaft der Definition nach kein Waldmoor. Entscheidend ist, dass der Wasserhalt von einem bewaldeten Umfeld maßgeblich beeinflusst wird.